Ursachen von Norovirus-Infektionen


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Der Verursacher der Norovirus-Infektion ist der Noro-Virus.

Damit sich die Krankheit ausbreiten kann, muss noch mangelnde Hygiene hinzukommen. Auch enger Kontakt mit vielen Menschen kann die Entstehung von Norovirus-Epidemien fördern.

Noro-Virus

Der Norovirus ist ein Virus aus der Viren-Familie der Caliciviridae.

Noro-Viren sind eine ganze Gattung von mehreren Viren, die nicht nur Menschen, sondern auch Mäuse, Rinder, Schweine und sogar Austern befallen können. Die Art "humaner Norovirus" kommt jedoch nur beim Menschen vor.

Namen

Der beim Menschen vorkommende humane Norovirus wird auch Norwalk-Virus genannt, was seine offizielle Artbezeichnung unter Viren-Forschern ist.

Manche Menschen nennen den Norovirus auch irrtümlich Nora-Virus, vielleicht liegt das daran, dass der Name "Nora" bekannter ist als der unbekannte Wortteil "Noro".

Entdeckung

Zwar wurde der Norovirus schon 1968 bei einem Ausbruch einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) in Norwalk (Ohio, USA) entdeckt, aber stark verbreitet hat er sich erst nach dem Jahr 2000.

Gestalt

Noroviren sind rund und im Elektronenmikroskop unscharf zu erkennen.

Sie sind etwa 37 Nanometer (nm) gross.

Kontagiosität

Der Norovirus ist ganz besonders ansteckend.

Es reichen schon 10 bis 100 Viren, um eine Erkrankung hervorzurufen. Diese Anzahl ist im vergleich zu anderen Virenerkrankungen sehr niedrig.

In einer Stuhlprobe von einem Gramm sind beim Erkrankten bereits zehn Millionen Noroviren enthalten.

Es reicht also eine winzige Restspur, um jemand anders mit dem Virus zu infizieren.

Diese Eigenschaft des Norovirus erklärt auch seine starke Verbreitung in den letzten Jahren.

Ansteckung

Die Ansteckung mit dem Norovirus erfolgt über Kontaktinfektion und Schmierinfektion.

Die Viren befinden sich im Erbrochenen oder im Stuhl.

Von dort gelangen sie entweder fäkal-oral, direkt oral oder über infizierte Gegenstände in den Körper des bisher Gesunden.

Fäkal-oral

Fäkal-oral bedeutet, dass Restspuren des infizierten Stuhls an den Händen verbleiben und von dort aus in den Mund gelangen.

Das kann beispielsweise geschehen, wenn man nach dem Toilettengang auf das Händewaschen verzichtet und anschliessend etwas isst.

Um diesen Übertragungsweg zu vermeiden ist Händewaschen nach dem Toilettengang oberstes Gebot.

Orale Übertragung

Der Sprühnebel, der beim Erbrechen entsteht (Aerosole) kann manchmal von daneben stehenden Menschen eingeatmet werden.

Da das Erbrochene voller Viren ist, kann es durch dieses Einatmen zur Ansteckung kommen.

Um diesen Ansteckungsweg zu vermeiden, sollte man einen gewissen Sicherheitsabstand zu dem Menschen einhalten, der sich gerade erbricht.

Kontaktinfektion

Spuren von Stuhl oder Erbrochenem können auf Türklinken, Wasserhähnen, Tischplatten, Toilettendeckeln oder anderen Gegenständen verbleiben. Auch Nahrungsmittel und Getränke können infiziert werden.

Dort können die Noroviren bis zu 12 Tage überleben.

Selbst Temperaturen von -20°C bis zu +60°C halten die Noroviren problemlos aus.

Durch Hand-Kontakt mit den verseuchten Flächen kann man sich bei anschliessender Nahrungsaufnahme infizieren.

Wenn man vor jeder Mahlzeit die Hände gründlich wäscht und ansonsten nicht die Finger in den Mund steckt, kann man so eine Kontaktinfektion vermeiden.

Ausserdem sollte man Flächen, die mit einem Erkrankten in Berührung gekommen sind, gründlich reinigen und am besten desinfizieren.

Inkubationszeit

Die Zeit, die von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Magen-Darm-Grippe vergeht (= Inkubationszeit), dauert beim Norovirus etwa einen halben Tag bis drei Tage.

Es handelt sich also um einen relativ schnellen Ausbruch der Krankheitssymptome.

Krankheits-Überträger

Die Haupt-Überträger der Norovirus-Infektion sind natürlich die aktuell Erkrankten und Gegenstände, die von ihnen mit verschmutzten Händen berührt wurden.

Aber auch bis zwei Tage nachdem man wieder gesund ist, scheidet man viele Viren aus.

Sogar noch zwei Wochen nach der Krankheit kann man andere damit anstecken.

In seltenen Fällen bleibt man langfristig ein Dauerausscheider, das heisst, man scheidet monate- oder jahrelang bei jedem Stuhlgang Noroviren aus.

Hygienemängel

Weil der Noro-Virus so stark ansteckend und robust ist und sich über Kontakt- und Schmierinfektion verbreitet, ist eine sorgfältige Hygiene besonders wichtig.

Für Ausbrüche mit vielen Erkrankten können meistens Hygienemängel verantwortlich gemacht werden.

Wenn sich jeder nach dem Toilettengang und vor dem Essen gründlich die Hände waschen würde, könnten schon zahlreiche Erkrankungen verhindert werden.

Die enorme Überlebensfähigkeit des Norovirus macht eine vollständige Verhinderung von Ansteckungen jedoch nicht so einfach.

Normale Handwasch-Seifen und selbst gängige Desinfektionsmittel reichen meist nicht aus, um dem Norovirus den Garaus zu machen.

Man braucht spezielle Mittel zur Desinfektion der Hände und Flächen, um den Norovirus sicher abtöten zu können.

Solche intensiven Desinfektionsmittel sind jedoch nicht im normalen Handel erhältlich und selbst in Apotheken sind sie oft nicht vorrätig.

Am besten bestellt man sich wirksame Desinfektionsmittel sicherheitshalber schon in einer erkrankungsfreien Zeit in der Apotheke, damit man sie im Haus hat, falls es zu einer Norovirus-Erkrankung kommen sollte.

Zur Flächendesinfektion kann man auch handelsüblichen Schimmelentferner mit Natriumhypochlorid oder verdünntes Danklorix verwenden.

Ansteckungszentren

Aufgrund der Eigenschaften des Norovirus kommt es in Einrichtungen mit vielen Menschen gehäuft zu Norovirus-Erkrankungen.

Besonders typische Ausbruchszentren von Norovirus-Infektionen sind:

  • Krankenhaus
  • Pflegeheim
  • Altersheim
  • Kinderheim
  • Schule
  • Kindergarten
  • Kreuzfahrtschiff
  • Ferienhotel
  • Familienfest
  • Party

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